Der scheidende EZB-Präsident Trichet hat nunmehr eingeräumt, daß die EZB am Limit (lateinisch, auf deutsch: "am Ende", "an der Grenze") ist. Die Schuldenkrise im Euroraum habe dafür gesorgt, daß die EZB bis zur Grenze gegangen sei. Mehr als jetzt könne die EZB nicht mehr tun. Nunmehr sei die Politik gefordert.

Trichet hat es nicht namentlich genannt, aber vermutlich meint er mit "Grenze", daß es in der Tat grenzwertig ist, wenn die EZB in den vergangenen Wochen und Monaten durch den Aufkauf von Staatsanleihen schwächeren Staaten bei der Haushaltsfinanzierung geholfen hat. Jetzt wird schlichtweg kein Geld mehr für solche Interventionen da sein, - abgesehen davon, daß es nach den Statuten der EZB ohnehin verboten war.

Trichet wiederholte noch einmal, daß Europa aktuell in der

schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg

stecke. Die "Krise wirkt wie Röntgenstrahlen auf alle entwickelten Volkswirtschaften. Jetzt zeigen sich die Skelette und die Schwachstellen der Skelette. Das gilt für alle von uns, für Japan, die USA, für Europa"

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One Response to Trichet: EZB ist am Limit - mehr geht nicht mehr

  1. „Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, ein brauchbares Programm zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.
    …Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird“: http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik

    Wirtschaftswachstum ist nichts Schlimmes; ist jedoch ein Wachstum von 5 Prozent pro Jahr erforderlich, um Vollbeschäftigung erhalten zu können, sollten sogar „Spitzenpolitiker“ und „Wirtschaftsexperten“ begreifen, dass es keine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik gibt, die eine Volkswirtschaft vor dem Zusammenbruch (Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes) bewahren kann, wenn das Geld selbst fehlerhaft ist. Aber niemand will sich gern überflüssig machen:

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    (Profile der Zukunft – Über die Grenzen des Möglichen)

    Diese Vorhersage aus dem Standardwerk der Futuristik von 1984 bezieht sich nicht etwa auf die ferne Zukunft, sondern wäre sogar schon vor der Geburt von Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008) mit der Erstveröffentlichung von „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ (Silvio Gesell, 1916) zu verwirklichen gewesen! Machtausübung ist Dummheit, und allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden sind selbstverständlich. Die Menschheit muss nur damit aufhören, mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft (Politik) etwas „regeln“ zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt.

    Dass der „Normalbürger“ bis heute glaubt, die Beschäftigung mit Kinderkram könnte sich lohnen, beruht auf einer uralten Programmierung des kollektiv Unbewussten, die es der halbwegs zivilisierten Menschheit seit jeher unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das zivilisierte Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft.

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert: http://www.deweles.de

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